10 Jahre Radverkehrskonzept Oberursel
Vor zehn Jahren haben die Stadtverordneten das Radverkehrskonzept (RVK) beschlossen, dass zuvor mit intensiver Beteiligung der Radfahrenden in Oberursel erarbeitet worden war. Zum Jubiläum zieht der ADFC Oberursel/Steinbach eine ernüchternde Bilanz.

„Würden wir den Verantwortlichen eine Geburtstagstorte überreichen, so dürften sie nur ein Drittel der Torte bekommen“, sagt Ulrike Heitzer-Priem vom Sprecherteam des ADFC. „Zu groß sind die Lücken, von einem geschlossenen Netz kann keine Rede sein, das Zielnetz 2025 ist längst Illusion“, ergänzt Rainer Kroker, der bei der Erarbeitung des RVK aktiv mitgearbeitet hat. Er verweist exemplarisch auf den neu gebauten Stummel-Radweg vom Bahnhof Richtung Zeppelinstraße, der nicht einmal bis zur Einmündung der Straße geführt worden ist.
Umgesetzt wurden die Maßnahmen, die nicht viel kosten, wie das Aufmalen von Fahrrad-Symbolen auf der Straße, so der ADFC. An Sicherheit und Attraktivität habe das Radfahren in Oberursel dadurch nicht wirklich gewonnen. „Entscheidende Maßnahmen aus dem Konzept, die mit höchster Priorität bewertet worden waren, sind auf den Sankt Nimmerleinstag verschoben, vor allem der Radweg an der Frankfurter Landstraße“, beklagt Kroker. Ebenso fehlt die Fortsetzung einer sicheren Nord-Süd-Achse über die Zeppelinstraße hinaus. Zwischen Camp King und dem Taunus-Informationszentrum gibt es gar keine Radwegführung. „Statt sich aktiv für eine klimafreundlichere Mobilität in Oberursel einzusetzen, kürzt man beim Busverkehr und plant neue Straßen, die noch mehr Autoverkehr in die Stadt holen werden“ bedauert Ulrike Heitzer-Priem. Die Stadt Oberursel wird ihre Klimaziele mit dieser Politik nicht erreichen, davon ist der ADFC überzeugt. Die Temperaturen dieses Sommers hätten einmal mehr unterstrichen, wie dringend gerade der Mobilitätsbereich endlich transformiert werden müsse hin zu mehr umweltfreundlicher Mobilität und weniger Autoverkehr.